NPD- Zentrum in Leipzig-Lindenau: Aktiv werden und über den Tellerrand schauen!

Manch eine/r denkt, dass nazistische Ideologie und deren TrägerInnen nur ein „Randproblem“ seien, mit dem man selbst nichts zu tun hat. Und dann hat man plötzlich in direkter Nachbarschaft damit zu tun. In der Odermannstraße in Leipzig-Lindenau hat die NPD am 15.11. einen eigenen Stützpunkt eröffnet.

Farbbeutel1

Hinter einem Zaun verbergen sich das Abgeordnetenbüro des sächischen NPD-Landesvorsitzenden Winfried Petzold und die lokale NPD-Kreisgeschäftsstelle. Die Eröffnung des festungsähnlich anmutenden Gebäudes ist ein vorläufiger Höhepunkt zunehmender nazistischer Aktivitäten in Leipzig und Umgebung.

Naziideologie bedeutet Menschen als natürlich ungleichwertig zu betrachten, bedeutet Ausgrenzung, autoritäre Bevormundnung, bedeutet Gewalt.
Nicht nur MigrantInnen und Linke sind die potentielle Zielscheibe verbaler oder tätlicher Nazigewalt. Doch gerade diese Hauptzielgruppen nazistischer Gewalt sind staatlicher und Alltagsdiskriminierung ausgesetzt.
Neben der Leipziger CDU ist es in Leipzig die Lokalpresse, die Vorurteile gegen „Ausländer“ und gegen antifaschistische AktivistInnen immer wieder schürt.
Darauf nimmt die NPD offensiv Bezug: in seiner Erklärung zur Eröffnung des Büros nimmt der NPDler Petzold Bezug auf Forderungen der CDU: mit harter Hand müssen Ausländerkriminalität und die Drogenszene in der Eisenbahnstrasse im Leipziger Osten unterbunden werden. Ein weiteres Problem sei die „ideologisch motivierte Alimentierung der gewaltbereiten Connewitzer Antifa-Szene“.

Das NPD-Zentrum in Lindenau ist mehr als ein Störfaktor für den Kiez. Es symbolisiert das Fahrtwasser, in dem sich die Nazis – überalterte NPD und zum Teil aus den „Freien Kräften“ rekrutierter Nachwuchs – wähnen. Dies muss der Widerstand gegen das Zentrum aufnehmen: es geht um mehr als um ein Gebäude, es geht um ein freies, diskriminierungs- und gewaltfreies Leben in dieser Stadt und darüber hinaus.

Analytische Worte, Proklammationen des Entsetzens oder das Anrufen des Staates sind allerdings nur die eine Seite der Medaille. In diesem Sinne:

Bunt statt weiss-grau

* graue Wände brauchen Farbe, Leipzigs Graffiti-Szene dringend eine weitere „Wall of fame,“ gerade die künstlerischen Ambitionen von jüngeren Menschen, von Kindern im öffentlichen Raum sind zu befördern und Farbbeutelweitwurf macht auch Spaß

Kommunikation statt Schweigen
* alte Bettlaken und sonstige Stoffreste finden sich in jedem Haushalt, diese sehen mit Slogans wie „Für grenzenloses Denken, ein schönes Leben, für Vielfalt und gegen Diskriminierung, Rassismus, gegen Nazis“ viel netter aus
* Häuser, Bäume, Laternen etc bieten optimale Befestigungsflächen für derartige Kommunikations-Flächen im öffentlichen Raum
* einfach geht’s auch mit selbstklebenden Botschaften und Motiven, die mensch per Internetdruckerei leicht realisieren kann (je höher die Auflage, desto billiger wird’s im Verhältnis)

Bewegung statt Stillstand
* beim Spazierengehen – spontan oder verabredet, in kleinen oder großen Gruppen – braucht mensch auch mal ne Pause – große Zäune eignen sich dabei gut zum Anlehnen
* manchmal werden solche kleinen Pausen auch zu großen, aus Ruhe wird Aktivität und Lautsstärke, Straßenparty olé

bürgerschaftliches Engagement

* BewohnerInnen eines Stadtteils haben oft gute Vorschläge zb zur Gestaltung des Wohnumfeldes, eine basisdemokratisch getroffene Entscheidung einen neuen Sperrmüllplatz einzurichten, wäre auch mal was

[…] to be continued […]


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