Auch Chemnitz hat ein „Thor Steinar“-Problem

Der Laden „Waffen-Army-Shoes“ zieht von der Theaterstraße auf die Straße der Nationen um. Am 30.5. öffnet der Laden dann seine Türen. Dabei zeigt sich schon im Vorfeld auf welche Kundschaft es primär abgesehen wird, auf Nazis.

Das Reklameschild davor bildet das „Thor Steinar“-Symbol ab und daneben ist die Aufschrift „Waffen-Army-Shoes“ zu lesen. Spätestens jetzt müssten die Menschen, die in diesen Laden immernoch einkaufen – ist ja „politische neutral“ – mitbekommen haben, dass dort nicht nur Kleidung und ähnliches verkauft wird, sondern auch einer menschenfeindlichen Ideologie Vorschub geleistet wird. Der Umstand das auch „die linke Seite“ bedient wird, macht die Situation damit noch schlimmer. Es kann bei dem Verkauf von Nazimarken nicht darum gehen, welches Sortiment zusätzlich noch angeboten wird, sondern die Tatsache das Marken wie „Thor Steinar“ angeboten werden, macht sie mitschuldig an der Verbreitung des Gedankengutes der Nazis.
Aus diesem Anlass wird am 30.5. eine Demonstration unter dem Motto „4/4 gegen 88 – Schöner Leben ohne Naziläden Part III“ stattfinden.

Quelle: Offenes Antifa-Plenum Chemnitz


Freie Presse, 29.4.2008

Geschäft an der Straße der Nationen wirbt mit umstrittener Modemarke „Thor Steinar“

In der Straße der Nationen 46 zieht nach jahrelangem Leerstand endlich wieder ein Mieter ein. Doch der neue Laden, der am 30. Mai zwischen vietnamesischen Händlern und einem arabischen Reisebüro öffnen will, weckt in der Nachbarschaft Bedenken. Denn das Waffen-, Textil- und Schuhgeschäft, in dem derzeit gemalert wird, wirbt bereits mit einer Leuchtreklame für die umstrittene Bekleidungsmarke „Thor Steinar“, die unter Rechtsradikalen sehr beliebt ist. Darauf wird die gleiche germanische Runenschrift verwendet, der sich auch die Nazis bedienten.

„Eine Scheibe und die Leuchtreklame des Geschäftes sind vor ein paar Tagen schon eingeschlagen worden. Wir haben Angst, dass Rechte aus Rache für solche Aktionen der Linken ihre Wut an uns auslassen“, sagte der Besitzer eines benachbarten Ladens. Auch im Rathaus sei man von der Lage des Geschäfts nicht begeistert, habe aber keine Handhabe gehabt, den
Umzug des Waffen-Army-Shops von der Theaterstraße an die Straße der Nationen zu verhindern.

„Wir werden ein Auge darauf haben“, versicherte Christina Schmieder von der Pressestelle. Vermieter der Räume ist die Süweda Immobilien GmbH Mainz. „Von der Werbung mit ,Thor Steinar‘ wusste ich nichts, ich würde das aber auch nicht überbewerten. Am alten Standort gegenüber vom Hotel Mercure gab es doch auch keinen Ärger“, meinte deren Geschäftsführer
Klaus Spornhauer.

Negative Schlagzeilen nach der Ansiedlung von Thor-Steinar-Läden in anderen Großstädten vor Augen befürchtet der Chef der Chemnitzer City-Management und Tourismusgesellschaft, Michael Quast, Konfliktpotenzial und einen Imageschaden für die Innenstadt. „Das zieht
eine Szene an, die wir in der Stadt nicht haben wollen“, sagte er am Dienstag. So hatten vor wenigen Monten rund 2000 Menschen in Leipzig gegen einen Laden protestiert, der die Marke Thor Steinar vertreibt.

„Natürlich provoziere ich mit der Werbung für ,Thor Steinar‘ in dieser Lage“, ist sich der Inhaber des Geschäftes Tobias Schneider bewusst. Unter anderem deshalb sei diese Marke ja zurzeit bei Jugendlichen so angesagt. „Außerdem ist sie nicht in Filialen großer Handelskonzerne zu haben“, begründet er seine Wahl. Um sein Geschäft zu schützen, will
Schneider es mit acht Videokameras überwachen, hofft auch auf Unterstützung von Polizei und Stadt. Er selbst lehne jegliche Gewalt ab, „egal ob von links oder rechts“.

„So lange es nicht zu Straftaten kommt, haben wir keinen Handlungsbedarf“, erklärte Polizeisprecherin Heidi Hennig. Für die Sicherheit des Geschäftes sei der Gewerbetreibende verantwortlich. Vom sächsischen Landesamt für Verfassungsschutz hieß es, es sei für
Textilläden, die neben anderen Marken ohne extremistischen Hintergrund auch die Marke „Thor Steinar“ anbieten, nicht zuständig. (mit JL)


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